Gute kostenfreie Bildung für alle

Bildung ist eine öffentliche Aufgabe und darf nicht abhängig von wirtschaftlichen Interessen sein. Sie muss kostenfrei und für jede/jeden – unabhängig von Herkunft oder von Behinderungen – zugänglich sein. Eine gute Bildung ist Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben, für eine Teilhabe an der gesellschaftlichen Entwicklung. Sie öffnet Türen für die persönliche Entwicklung und im Berufsleben.
Die Realität ist eine andere: Der Geldbeutel und der Geburtsort bestimmen die Bildungschancen stärker als je zuvor. DIE LINKE fordert ein längeres gemeinsames Lernen – wohnortnah, barrierefrei und kostenfrei. Die elitäre Abschottung und Bevorzugung der reichen Bevölkerungsschichten muss aufhören.
Dazu müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen: So müssen die Schulgebäude barrierefrei saniert werden. Notwendig sind schülerfreundlich ausgestattete barrierefreie Schulwege durch Tempo-30-Zonen mit Fußgängerübergängen und klar erkennbaren Radfahrspuren.
Auch die Beschäftigungsbedingungen müssen stimmen. Ein Einsatz von Ein-Euro-Kräften an Schulen oder die immer häufigere Beschäftigung von Lehrerinnen und Lehrern mit schlecht bezahlten Zeit- und Werkverträgen ohne Gehaltszahlung in den Ferien darf es nicht geben.

DIE LINKE Niedersachsen fordert in ihrem Programm zur Kommunalwahl 2011, dass
alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Integrierte Gesamtschulen zu gründen; gleichzeitig brauchen wir Druck auf die Landesebene, um die absurd hohen Hürden für die Errichtung von Gesamtschulen (wie im Wahlkampf versprochen) zu senken;
der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung zur Regel wird („inklusiver Unterricht“). Kinder mit besonderem Förderungsbedarf werden so gefördert, wie sie es benötigen;
es eine kostenfreie und warme Mittagsverpflegung an den Schulen gibt;
ein Sachmittelfonds eingerichtet wird, aus dem zusätzliche Schulausgaben für finanziell benachteiligte Familien bezahlt werden können. …
die Schülerbeförderung auch nach der Sek. I kostenfrei ist;
Schulsozialarbeiter_innen in sicheren Beschäftigungsverhältnissen an allen Schulformen je nach Bedarf beschäftigt werden. Darüber hinaus sollen die Kommunen auf das Land einwirken, dass eine bedarfsgerechte Anzahl auch an SchulpsychologInnen zur Verfügung steht.
das Angebot an Ganztagsschulen ausgebaut wird, in denen der Unterricht sinnvoll über den Tag verteilt wird und Hausgaben in der Schule gemacht werden können. Freizeit wird erst dann zu wirklich freier Zeit. Deshalb wollen wir gebundene Ganztagsschulen und nicht die Billig-Variante mit Nachmittagsbeschäftigung.
Trotz des Rückgangs der SchülerInnenzahlen sollen wohnortnahe Grundschulen erhalten bleiben, damit die GrundschülerInnen nicht zu FahrschülerInnen werden – kurze Beine, kurze Wege.